Workshops SFEM 2008

WS 1 Podcasts und OER: Chancen und Möglichkeiten qualitativer mulitmedialer Inhalte in Lehre, Weiterbildung und Forschung
Dr. Matthias Haeberlin, Comcaster GmbH

Podcasts als vielfältige, multimediale Lehr- und Kommunikationsmittel haben sich zu einem stark verbreiteten Medium in der Bildungs- und Wissenschaftskommunikation entwickelt. Ausgehend von Praxisbeispielen aus Lehre und Forschung werden in diesem Workshop Anwendungsmöglichkeiten von Podcasting an Hochschulen und Bildungseinrichtungen praktisch aufgezeigt. Die zentralen Fragestellungen des Workshops fokussieren hierbei auf Qualität, Mehrwert, didaktische Fragestellungen sowie die Bedeutung von Podcasting im Zusammenhang mit Open Educational Ressources (OER).

WS 2 Freier Zugang zu ergänzenden Lehr- und Lernressourcen von Lehrpersonen für Lehrpersonen am Fallsbeispiel des hep Verlags.
Peter Egger & Yvonne Vignoli, hep verlag

In diesem Workshop erfahren Sie, welche Überlegungen, Modelle und Prozesse zum OER-Angebot des hep-Verlags führten und wie im Rahmen der Qualitätssicherung Aspekte der «Offenheit» integriert werden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden des Workshops werden Frage-stellungen zur Initiierung eigener Aktivitäten und Umsetzungen von OER-Projekten entwickelt. Drei Workshopsequenzen beleuchten unterschiedliche Schwerpunkte: Teil 1 befasst sich mit dem freien Zugang zu Inhalten für unterschiedlichen Nutzergruppen, didaktischen und rechtlichen Überlegungen. Teil 2 thematisiert das Zusammenspiel zwischen offenen und geschlossenen Systemen und gibt Einblick in technische Aspekte. Teil 3 ist dem Verhältnis von freiem Zugang gegenüber dem Verkauf von Inhalten sowie ökonomischen Überlegungen gewidmet.

WS 3 Observatorium für Educational Trendspotting: Wer Lernformen der Zukunft abschätzen kann, hat strategische Vorteile auf dem Bildungsmarkt
Prof. Dr. Andreas König, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, und Fritz Wüthrich, EDK

Organisationen (nicht nur) des öffentlichen Bildungswesens und deren Partner arbeiten heute alle auch im Internet und mit neuen Bildungsmedien. Damit sind sie stark von Innovationen abhängig und haben typische Probleme der Strategiefindung, der Marktforschung und Zukunftsabschätzung. Sie finden häufig kritische Entscheidsituationen vor, in denen substantielle Ressourcen in innovative, aber auch riskante und unabsehbare Projekte investiert werden müssen.
Der Entscheid hängt dabei von der Qualität der Informationen ab, die wiederum auf Zukunftseinschätzungen basieren und - in aller Regel - nicht vorliegen bzw. oft nur von Experten in aufwändiger, zeitintensiver Form produziert werden können.
Die SSAB hat das Zentrum Neues Lernen der ZHAW beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für ein Web-Observatorium durchzuführen. Dessen Aufgabe sollte u.a. die Unterstützung in solchen kritischen Entscheidsituationen sein. Im ersten Teil des Workshops werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt und aufgezeigt, wie ein entsprechendes Web-Observatorium aussehen könnte. Im zweiten Teil des Workshops sind die Teilnehmer zur kritischen Diskussion eingeladen. Da das Observatorium nur in einem Partnernetzwerk wirksam werden kann, dient der Workshop zugleich dazu, die bestehende Konzeption für neue Partner und ihre Anregungen zu öffnen. Die Teilnehmenden haben also Gelegenheit, Gestalt und Funktionen des Observatoriums mitbeeinflussen zu können.

WS 4 Offene Zusammenarbeit in Wissensnetzwerken – Lehren aus der Natur
Prof. Marco Bettoni, Prof. Willi Bernhard, Gabriele Schiller, Fernfachhochschule Schweiz

Mit Wissensnetzwerken können Menschen vernetzt und dynamisches Wissen zugänglich gemacht werden. Die Fernfachhochschule Schweiz entwickelt solche Kooperationen und betreibt selbst ein Wissensnetzwerk in Form eines „weak-ties-distance-network“, um Forschende und Studierende als lose gekoppelte Gemeinschaft zusammen zu bringen und Wissen auszutauschen bzw. gemeinschaftlich zu bewirtschaften (CoP Modell). Solche Netzwerke, welche völlig offen, unentgeltlich und frei verfügbar sind, kommen auch in der Natur vor, z.B. bei Delfinen. Die Betrachtung, wie und warum solche oft lose gekoppelten Gemeinschaften in der Natur funktionieren, hilft uns die Qualität unserer eigenen Netzwerke zu verbessern. Im Workshop wird gezeigt, wie der Einsatz von Bioteaming die Qualität von Wissensnetzwerken steigern kann. An praktischen Beispielen werden die Problemstellungen erläutert und Lösungen gezeigt. Für Interessierte, welche eigene Wissens- und Lerngemeinschaften einsetzen oder verbessern wollen, bietet der Workshop Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

WS 5 Wikipedia als Open Educational Resource
Diana Jurjevic, Oliver Ott, Nando Stöcklin, PHBern, Zentrum für Bildungsinformatik

Wie heisst die Hauptstadt von Madagaskar, was versteht man unter dem “Helsinki-Syndrom”? Auf diese Fragen antwortet die Wikipedia schnell, übersichtlich und gratis. Die Wikipedia ist längst zu einer der beliebtesten Websites der Welt geworden und zu einer Vorreiterin des Open Content. Die Qualität der Inhalte lässt sich mittlerweile mit renommierten Enzyklopädien messen. Auch Schülerinnen und Schüler nutzen die Online-Enzyklopädie für ihre Aufsätze, Referate und Hausaufgaben. Die Wikipedia konkurrenziert damit traditionelle Verlage und stellt die herkömmliche redaktionelle Arbeit in Frage. Der wachsende Einfluss der Wikipedia und anderer Web-2.0-Informationsdienste führt zudem zu Kontrollverlusten in den Bildungsinstitutionen. Wie geht die Schule mit diesen Herausforderungen um? Anhand kontroverser Sichtweisen von Fachpersonen werden in diesem Workshop Strategien und Empfehlungen für den Umgang mit freier Information in den Schulen entwickelt.

WS 6 Offenbarung – Ernüchterung – Realität: OER zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Thomas Hermann, Urs Ingold, Moritz Rosenmund, PH Zürich, und Peter Bucher, Lehrmittelverlag Zürich

Stellungnahmen zu OER formulieren oftmals radikal gegensätzliche Positionen: überhöhte Hoffnungen oder aber Enttäuschung wegen mancher unüberwindbar erscheinender Hindernisse und Einschränkungen. Der Workshop möchte eine Plattform bieten, den dazwischen liegenden Raum des Sinnvollen und Möglichen auszuloten. Der erste Teil versucht, die Ausgangslage in dieser Hinsicht näher zu bestimmen: Welche Idealvorstellungen werden mit OER verknüpft, welche Hindernisse stehen ihrer Verwirklichung im Wege? Anhand einer Art Werkschau konkreter Beispiele bietet der zweite Teil Gelegenheit, sich ein Bild des gegenwärtig Möglichen beziehungsweise gar schon Erreichten zu machen. Im dritten Teil wird es – anhand praktischer Problemstellungen – darum gehen, Problemzonen zu identifizieren und Schlüsse im Hinblick auf anstehende Entwicklungsarbeit zu ziehen.

WS 7 Creative Commons Lizenzen in Bildungsmedien
Philippe Perreaux, Simon Schlauri, Mélanie Bosshart, Creative Commons Schweiz

In diesem Workshop erfahren Sie, wie das System der Creative Commons Lizenzen funktioniert. Creative Commons besteht aus modulartigen Lizenzen die eine künstler- und medienfreundliche Anwendung des Urheberrechts fördern. Publizierende können einfach bestimmen, unter welchen rechtlichen Bedingungen sie ihre Werke veröffentlichen und weiter verwendbar machen wollen. Es werden Projekte vorgestellt, die mit CC-Lizenzen arbeiten. Gemeinsam mit den Teilenehmenden des Workshops werden Fragen entwickelt, bei denen Sie Ihre eigenen Aktivitäten einbringen und eine mögliche Verwendung von CC-Lizenzen erötern können.

WS 8 Kritische Erfolgsfaktoren für OER-Projekte: Beispiel BrightStat.com
Dr. Daniel Stricker, Universitäre Fernstudien Schweiz und Universität Bern

Die Entwicklung, die Bereitstellung sowie der Unterhalt von OER sind häufig schlecht finanziert. Dies erfordert oftmals einen überdurchschnittlichen Einsatz der beteiligten Personen. Was nichts kostet, kann doch nichts taugen, so lautet die Meinung vieler Nutzer. Diese Ansicht wird aber auch von der kommerziellen Konkurrenz vertreten. Am Beispiel der OER BrightStat.com einem freizugänglichen und für die Ansprüche des höheren Bildungssektors ausgerichteten Statistikprogramms im Internet, werden kritische Faktoren entsprechender Projekte aufgezeigt. In der Diskussion mit den Workshopteilnehmenden wird anschliessend ein Leitfaden entworfen, in welchem die wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Umsetzung eines OER Projekts aufgelistet werden. Der Leitfaden soll sich an den Bedürfnissen von Projektleitenden aber auch jenen von Nutzern und Nutzerinnen orientieren. Es sollen Aspekte von der Projektidee, der Finanzierung, der Art der Lizenzierung, der Zielgruppenausrichtung, der Wahl der Technologie, der Implementierung, der Qualitätssicherung und der Unterstützung der Nutzer berücksichtigt werden.

WS 9 Le mammouth, le logiciel libre et le pédagogue
Paul Oberson, Service Ecoles-Médias Genève

Atelier autour de l’utilisation de solutions libres dans le monde de la formation. Réflexion autour de cas pratiques : réorganisation d’une offre de formation continue autour d’un dvd de logiciel libre, utilisation d’un portail pédagogique pour la formation des enseignants et des élèves, développement d’un prototype de labo langue libre dans le temps et l’espace de la classe, entre recherche-action pédagogique et prototype open source.

WS 10 The age of web 2.0: Réaliser un portail d’information personnalisé avec Netvibes
Roberto Stocco, Christian Georges, CIIP, und Alain Maillard, Radio Suisse Romande

Cet atelier s’attachera d’abord à rappeler les caractéristiquesdu web 2.0, les risques et la gestion d’une information interactive. A partir d’une approche technique d’une plate-forme comme Netvibes, les participants apprendront pratiquement à configurer un portail personnalisé, en
répondant à des questions simples avec l’aide de spécialistes : comment organiser les flux et hiérarchiser l’information ? On proposera une grille d’analyse de la qualité des sites Internet et de la fiabilité des informations. On examinera l’extension potentielle du concept à la plate-forme collaborative Educanet2 et le rôle des différents acteurs institutionnels dans ce processus